Mo. 30.10.2006
Heute zieht Philip aus Berlin (ursprünglich Karlsruhe) ein!
Er verstärkt unser Bewohner-Team auf nunmehr sechs Personen! Provisorisch zieht er in unser Strohzimmer ein, bis die "Kleine Werkstatt" einzugsfertig ist. Mittlerweile aber hat er sich in dem kleinen Zimmer so gut eingelebt, dass er entschieden hat, dort zu bleiben.
Rechts zeigt sich Philip von seiner besten Seite.
Herzlich willkommmen im Team, Philip!
|
 |
| |
|
Di. 31.10.2006
Heute bekommen wir Besuch vom evangelischen Pfarrer Fey sowie zwei netten Begleitern vom Förderverein. Schnell entwickelt sich bei Mini-Pizzen und Laugenbrezeln ein lebendiger Gedankenaustausch in lockerer Atmosphäre.
Im – wie Pfarrer Fey später sagt – interessanten und fordernden Gespräch finden wir einige Gemeinsamkeiten, aber natürlich auch Unterschiede zwischen der christlichen und der buddhistischen Lehre. Hierbei überrascht uns Pfarrer Fey durch sein modernes und nahezu überpersönliches Gottesbild. Einige Bewohner meinen, sie wären wohl nicht ganz so früh Buddhisten geworden, wenn sie in ihrer Jugend einen solchen Pfarrer gehabt hätten. Am Folgetag erhalten wir eine freundliche Einladung zum Gegenbesuch, über die wir uns sehr freuen.
|
| |
|
 |
Mi. 01.11.2006
Safrangeruch und Bastelatmosphäre prägen den heutigen Tag. Einige Freunde aus der Umgebung sind zum Herstellen von Mantrarollen (für die Verwendung in Statuen) gekommen. Rudi gibt uns die Übertragung für seine Spezialtechnik zum Vermeiden von Löchern in der Mitte der Rollen. Diese bringt tatsächlich optimale Ergebnisse, aber auch dunkelrote Daumen und Zeigefinger...
Ellen stellt fest, dass sich unsere Bügelmaschine hervorragend zum Trocknen und Glätten der mit Safran gefärbten Mantrabögen eignet. |
 |
| |
|
Sa. 04.11.2006
Jan aus Heidelberg und Nick aus Karlsruhe kommen heute samt Anhang zum Aufbauen und Bestücken von 5 Fahnenmasten, welche der Altmühle ein prägnantes buddhistisches Erscheinungsbild geben sollen. Der ursprüngliche Plan, Betonfundamente für Halterungshülsen herzustellen, wird schnell über Bord geworfen. Stattdessen werden die Masten direkt mit Schellen an der Innenseite der Begrenzungsmauer unseres Wingerts befestigt. Um halb sechs ist es dann so weit. Jan hisst die Fahnen in den Farben der 5 Buddhafamilien, während er feierlich die Melodie des Hochzeitsmarsches trällert. |
 |
| |
|
| Außerdem wird mit einigen Helfern am Fehlboden der Produktionshalle sowie an der Elektrik der ersten drei Retreat-Zimmer im Retreatflügel gearbeitet. Nebenbei beginnt dort bereits die Endreinigung. |
|
| |
|
So. 05. bis Fr. 10.11. 2006
Es wird weiter am Boden der Produktionshalle gearbeitet; alte Dielen und Dämmstoff werden entfernt, und neue verlegt. Bei dieser Gelegenheit wird ein kleiner, außerplanmäßiger Durchbruch zum Erdgeschoss geschaffen:
Nach dem Entfernen der alten Dielen muss man nämlich auf den offenliegenden Balken balancieren. Unter und zwischen den Balken befindet sich nur noch eine dünne Decke aus Stroh mit Gips und einer Schicht Farbe, welche Johannes und Maria vor ihrem Einzug (am ersten Weihnachtsfeiertag) dort aufgetragen hatten. Ein kleiner Fehltritt und man landet im Stockwerk drunter. Seit drei Wochen nun bangen Maria und Johannes um ihre Farbschicht...bis es heute doch soweit ist.
Glücklicherweise fällt der Fehlgeleitete nicht durch die Decke und glücklicherweise sind nur Nebenräume betroffen – nur fällt die halbe Decke auf dort lagernde Umzugskartons.
|
 |
Hier konnten wir einen großen Durchbruch erzielen! |
|
| |
|
| Christel stellt für die Fenster unterhalb der Scheune neue Holzrahmen her. Außerdem werden die Heizungen in den neuen Retreaträumen entlüftet, mit Wasser gefüllt und zum ersten Mal in Gang gebracht. |
| |
|
Sa. 11.112006
Die buddhistische Reiselehrerin Kerstin Seifert aus Wuppertal besucht dieses Wochenende die Altmühle und hält zwei gut besuchte Vorträge zum Thema „Freunde auf dem Weg“. Der Nachmittagsvortrag findet in unserem kleinen Meditationsraum statt, da einige Freunde in den Retreaträumen und der Produktionshalle durcharbeiten. Abends, als alle zum Vortrag kommen, müssen wir ausweichen und den Aufenthaltsraum leerräumen, um alle 40 Freunde unterzubringen. Als es dunkel wird, stellen wir fest: Heute war ein sehr produktiver Arbeitstag! In den Retreatzimmern wurden Lampen angebracht, Teppiche verlegt, Vorhänge genäht und Vorhangsschienen montiert, Türrahmen und Türen gestrichen sowie Steckdosen und Elektrik angeschlossen. Auf der anderen Baustelle, der Produktionshalle, wurde der Zwischenboden fertiggestellt sowie weiteres Material angeliefert.
Alle sind glücklich über die geleistete Arbeit. Einige der fleißigen Bauhelfer lassen es sich nicht nehmen, die Räume zum ersten mal zu „beschlafen“ (wenn auch nur mit Matratzen, Isomatten und Schlafsäcken). |
| |
|
 |
| Stammesangehörige zeigen... |
|
 |
| beim Anblick von Fremden die |
|
 |
| typische Begrüßungshaltung. |
|
| |
|
|
Sonntag, 12.11.2006
Unerwartete Regenschauer beschleunigen den Transport der 120 m² Spanplatten und 250 m² Gipskartonplatten in die Produktionshalle erheblich.
Bei einem kleinen Zwischenfall zeigt sich die erfrischend unmoralische, buddhistische Sichtweise des „Sowohl-Als-Auch“: Johannes stürzt – geschoben von der Person am anderen Ende der Gipskartonplatte - beim Rückwärtslaufen über einen am Boden liegenden, glitschigen Balken auf das Steißbein. Er hat sowohl unser Mitgefühl - da es offensichtlich eine schmerzhafte Erfahrung war - als auch einige Lacher, da der zeitlupenartige Sturz ohne jeden Zweifel ziemlich komisch aussah. Er stellt nur lakonisch fest: „Ich glaub', ich hab' mir den Ar... gebrochen!“ |
| |
|
 |
| Der Kampf mit dem Material... |
|
 |
| ...kann einen schon mal zur Verzweiflung führen! |
|
| |
|
Di. 14.11.2006
Der Winter steht vor der Tür und so isolieren wir die Fenster für diesen Winter mit Folie. Der Anfang wird im Essraum gemacht. Da wir am Wochenende den Putz von den Wänden der ehemaligen Produktionshalle entfernen wollen, werden ein paar Bohrhämmer besorgt. Sie sind eines der beliebtesten Werkzeuge unter "echten Männern" (direkt nach der Kettensäge)! |
|
| |
|
Mi. 15.11.2006
Im Retreatanbau wird unser Werk der letzten vier Monate vollendet !! (Man erinnere sich an Gipsen...Gipsen...Gipsen). Die Fußleisten sind größtenteils angebracht und Vorhänge sind in Arbeit. Chrisitanes Nähmaschine läuft heiß und so haben am Abend das "Doppelzimmer“ und der Flur einen schönen dicken Vorhang. Die Eingangstür des Haupthauses erhält einen Vorhang als Windfang. Dieser Vorhang wird arg strapaziert und erhält zum Schutz ein Kunstlederbord.
Abends stellen wir noch Betten in die neuen Zimmer. |
| |
|
Do. 16.11.2006
Mittags kommt Jürgen aus Karlsruhe mit leichtem Schritt und Gepäck durch das Tor. Wie sich herausstellt, ist er eine große Hilfe. Heute ist außerdem ein großer Tag für Maria. Sie will bzw. muss ein neues Auto kaufen und so zieht sie mit Johannes als Berater los.
In den neuen Zimmern werden noch fehlende Fußleisten ergänzt und die Türen eingehängt. Zu guter Letzt noch die Fenster geputzt und in das Doppelzimmer kommt die restaurierte Kommode, welche zuvor im Strohzimmer stand. (Dort ist ja mittlerweile Philip eingezogen.)
Im Flur zum Retreatanbau wird „klar Schiff“ gemacht: Kehren, Wischen, ein Schuhregal wird aufgestellt und ein Läufer ausgelegt.
So, jetzt könnt ihr kommen! Drei neue, schnuckelige Retreatzimmerchen warten auf euch!! Es haben sich auch schon unverwechselbare Namen gefunden, die alle ihre eigene Geschichte haben: es gibt nun die "Medi-Schachtel" (welche durch Abtrennung mittels Gipsplatten aus einem Vorraum entstand), das "Dorette-Zimmer" (mit persönlichem Bezug) sowie das "Donnerbalken-Zimmer", in welchem man vor den Balken donnert, wenn man sich nicht bückt! Also Vorsicht! |
| |
|
| Hier ein paar Vorher-Nachher-Bilder zum Genießen. Sie zeigen tatsächlich die gleichen Stellen, z.T. sogar aus dem gleichen Blickwinkel! |
| |
|
 |
vorher... |
|
 |
...nachher |
|
 |
vorher... |
|
 |
...nachher |
|
| |
|
 |
vorher... |
|
 |
...nachher |
|
| |
|
Fr. 17.11.2006
Es wird schon dunkel, als ein lautes Ungeheuer in den Hof rollt und unaufhaltsam damit beginnt, gigantische Mengen großer, roter, zylinderförmiger Rollen abzuladen. Krieg der Welten?
Also springt man vom Computer auf (oder lässt sonstige Arbeiten liegen), um die Rollen mit Isoliermaterial die Treppen hoch ins Gebäude zu schaffen. Aber schnell noch ein paar Fotos für's Tagebuch - die Farben des rötlich erhellten Abends sind einfach zu toll. |
|
| |
|
 |
 |
| |
|
 |
"Säg an der richtigen Seite!" |
|
Sa.-So. 18.-19.11.2006
Dieses Wochenende hat es in sich. Im Garten, im Hof und in der Produktionshalle sind die Helfer von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang am Schuften. Extra angereist sind Stefan - ein Baumdoktor aus München - sowie Martina, unsere Gartenarchitektin. Sie leisten gute Arbeit und wir sind gespannt, in welchem Gewand sich kommendes Jahr der Garten zeigt.
Leider müssen wir erfahren, dass die große Silberpappel - der schönste Baum im Garten - wohl bald fallen muss, denn im Inneren hat sich ein Pilz breitgemacht, der den Baum zersetzt. Diese Bäume werden wohl nur 80 Jahre alt und unserer ist bereits nicht mehr der Jüngste. |
|
| |
|
|
 |
| Unausgesprochen fand auch... |
|
 |
| ...ein Wettbewerb ... |
|
 |
| ...der tollsten Hüte statt! |
|
| |
|
Der Boden der Produktionshalle ist nun isoliert und kann mit OSB-Platten verschlossen werden.
Gleichzeitig sind "schwere Jungs" am Werk, um mit Bohrhämmern bewaffnet den alten Putz von den Wänden zu entfernen. Man merkt, dass solch eine Arbeit "die Mannen" aus den Löchern zieht. Immer wieder steht ein neues Gesicht vor uns mit dem Spruch: "Isch hann geheerd, ihr brauche Leit (Leute!) umm Putz ab se mache".
Am Abend ist dann auch die Gompa bis zum letzten Kissen voll. |
| |
|
| Das zweitliebste Spielzeug wahrer Männer (nach der Kettensäge!): |
 |
Sonntagmorgen schwärmt das Team wieder aus. Das Wetter ist herrlich und so macht es richtig Spaß mit den Freunden.
Am Nachmittag treffen zwei Freunde von Limburgerhof ein, um sich mal aus der Nähe anzusehen, was hier so „geschafft“ wird. Und es ist kaum zu glauben: Am Sonntagabend ist fast der komplette Putz entfernt. Damit hatten wir nicht gerechnet. Begeisterung pur !!! |
 |
Feinstaub-Idylle |
|
| |
|
 |
Im Hof haben starke Frauen ihr Erfolgserlebnis. Sie holen - weit effektiver als die Männer mit ihren Bohrhämmern - gleich kubikmeterweise Belag von der Wand!!
...und es staubt auch nicht so ;-) |
 |
| |
|
 |
...und "schnipp" ist voller Elan das Kabel für die Beleuchtung der Einfahrt durchtrennt. (Es sah wirklich original wie eine Efeu-Wurzel aus.) Bastelstunden für Peter und Johannes - nach einigen Tagen geht die Lampe wieder. |
|
Mo. 20.11.2006
Jürgen macht sich an die Arbeit, die letzten 2 m² Putz zu entfernen. Im Anschluss daran bringen wir den Schutt zum Schuppen an der Einfahrt. Dort soll unser großer Hänger im Winter untergestellt werden. Da allerdings ein ca. 30 cm tiefer Absatz das Hinein- und Herausfahren extrem erschwert, wird der Boden mit dem Schutt aufgefüllt. |
| |
|
| Die geliehenen Borhämmer werden wieder zurückgebracht. Obwohl mit Pressluft abgeblasen und für unser Empfinden sauber, müssen wir die Reinigung für die Maschinen bezahlen. Für die geliehene 12 Meter lange Leiter bekommen wir die Reinigungskosten dann aber erlassen. Großzügig! |
| |
|
Mi. 22.11.2006
Noch immer ist nicht der ganze Schutt weg. Mittlerweile ist der vierte Anhänger weggebracht und die Arme werden immer länger. Manu, die noch lange Zeit kräftig mithilft, wird zum Zubereiten des Mittagessens entlassen.
Überraschend trifft Dieter ein. Ein Geschenk des Himmels, denn er hat sich bereiterklärt, die Wände zu verputzen. Noch weiß er nicht auf was er sich da eingelassen hat. ...grins!! Seine eigene Baustelle musste er schließen, da der Bagger im Schlamm immer wieder weggerutscht ist. Ein Glück für uns, dass Karlsruhe offensichtlich unter Wasser steht. ... noch mal grins!
Am Nachmittag kommt Christian aus Mannheim und entstaubt die östliche Wand, um sie dann anschließend zu grundieren. |
| |
|
Do. 23.11.2006
Die Fensterlaibungen zu verputzen, erweist sich als eine Herausforderung. Wir arbeiten Armierungsgewebe und Bleche ein. So wird die Wand stabiler und wir denken, dass der Putz bei späteren Baumaßnahmen keinen Schaden nimmt. Schlitze werden gefräst und Steckdosenlöcher werden gebohrt, bevor der letzte Hänger voller Schutt weggefahren wird. (Für's Erste...) |
 |
So sieht's aus, wenn Dieter verputzt! |
|
| |
|
Fr. 24.11.2006
An der "Eastside" werden Kabel verlegt und Dieter kann an einer Wand schon die zweite Lage Putz aufbringen. Zwischendrin wird in MaJo´s Bad noch schnell ein Loch in der Decke ausgebessert, welches entstanden ist, als der Boden darüber aufgerissen wurde. Ein unachtsamer Helfer war vom Weg abgekommen.
Am Abend treffen die ersten Gäste vom Kassel-Anmeldeteam ein. Diesesmal halten sie ihre Besprechung in der Altmühle. |
|
|
So. 26.11.2006
Auch heute am Sonntag wird gearbeitet. Während in der Produktionshalle weiter Steckdosen eingegipst werden, beseitigen einige Bodhisattvas Holzbretter vom Dach und entsorgen dabei Marderspuren (Behausung mit Futter und Nest). Eine unschöne Arbeit.
Unsere beiden Elektromeister Stefan und Peter entfernen einen uralten Sicherungskasten und erneuern die Hauptstromzufuhr für das erste Stockwerk. Währenddessen zaubert das Küchenteam (ohne Strom) ein Mittagessen und das A-Team macht es sich in der Bibliothek gemütlich.
Auch wird der Hof wieder einmal vom Laub befreit.
|
|
 |
Man(n) beachte den weiblichen Sinn für modische Farbkombinationen!! |
|
| |
|
Als wenn nicht schon genügend zu tun wäre, sollen unter der neuen Gompa hinter der Wohnung von Maria und Johannes zwei Toiletten entstehen. Daniel verlegt die Abwasserrohre, während Irene mit dem Bohrhammer beherzt Löcher in die Wand macht. Sie ist dabei sehr bemüht, keinen unbeabsichtigten Durchbruch in die Wohnung zu schaffen - was bei nur 12 cm Wand nicht so einfach ist.
Gegen Mittag treffen dann unsere Architekten Woitek und Raimund mit Jan, Achim, Kurt & Sabine ein. Martina, unsere tolle Statikerin, ist schon etwas früher angekommen. Wir schauen uns die neuesten Pläne an und machen wieder einige Veränderungsvorschläge. Die Architekten haben es wirklich nicht leicht mit uns, aber in der täglichen Praxis sehen die Dinge etwas anders aus als in der Theorie. Die Stelle entwickelt sich eben. |
|
| |
|
Mo. 27.11.2006
In den Retreatzimmern werden Buddha-Bilder aufgehängt. So werden die Zimmer immer mehr zu Oasen der Meditation und laden zu Zurückziehungen ein. Der heutige Tag wird ganz und gar zum Aufräumen von Sommerwohnzimmer, Hof und Wohnbereich genutzt. |
| |
|
nach oben |