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Pressemitteilung des Buddhistischen Zentrums Altmühle in Osthofen vom 06.06.2007:

Tibets erster Lama in Osthofen

Tibetischer Würdenträger besucht zum ersten Mal das neue Buddhistische Zentrum Altmühle

Osthofen, 6. Juni. Seine Heiligkeit, der 17. Karmapa Thaye Dorje hat am Dienstag und Mittwoch dem Buddhistischen Zentrum Altmühle in Osthofen-Mühlheim einen ersten Besuch abgestattet. Der Karmapa kam direkt von einem internationalen buddhistischen Meditationskurs mit 4000 Teilnehmern in Südspanien und ist derzeit auf einer Reise durch mehrere europäische Hauptstädte, um Belehrungen über den Diamantweg-Buddhismus und Segnungen zu geben.

Der Karmapa zählt - neben dem Dalai Lama - zu den höchsten Würdenträgern des tibetischen Buddhismus und ist der erste Lama Tibets. Er ist das Oberhaupt der Karma-Kagyü-Schule des Diamantweg-Buddhismus und in einer nahtlosen Folge von Wiedergeburten seit dem 12. Jahrhundert anerkannt. Der historische Buddha selbst hat die Inkarnationslinie der Karmapas vor 2.500 Jahren vorausgesagt. Der Titel Karmapa bedeutet "Tatkraft aller Buddhas". Bis heute sind 17 Karmapas erschienen und haben sich jeweils als Kind selbst zu erkennen gegeben. Einige hinterließen nach ihrem Tod genaue Angaben über ihre nächste Wiedergeburt. Ein Schüler des 4. Karmapa unterrichtete unter anderem den ersten Dalai Lama, der den Gelugpa-Orden begründete, neben der Karma-Kagyü-Schule eine der vier Hauptlinien des Buddhismus in Tibet.

In Begleitung des 17. Karmapa besuchten einige Mönche und Lama Ole Nydahl das im Jahr 2005 gegründete Buddhistische Zentrum Altmühle. Ole Nydahl und seine Frau Hannah waren vor fast 40 Jahren die ersten westlichen Schüler des 16. Karmapa. Nach mehreren Jahren der Meditation und des Studiums bat der 16. Karmapa das dänische Paar, den Diamantweg-Buddhismus im Westen bekannt zu machen. Seitdem hat Lama Ole Nydahl - den Lehrertitel "Lama" erhielt er 1982 - mehr als 500 Diamantweg-Zentren rund um die Welt gegründet. Darüber hinaus gründete er die in Darmstadt ansässige Buddhismus Stiftung Diamantweg, in deren Besitz sich die Altmühle befindet.

Die Altmühle selbst wurde im Herbst 2005 von der Vorbesitzerin dem Diamantweg-Buddhismus gestiftet. Anfang 2006 zogen vier Bewohner ein und gründeten das öffentliche Meditationszentrum. Da es sich, wie schon traditionell in Asien, um Laien-Buddhismus handelt, dessen Mittel als Bereicherung des normalen Lebens gelten, wird der Buddhismus mit Beruf und Familie verbunden. Die mittlerweile sieben Bewohner mieten ihre Wohnungen und sind ehrenamtlich - neben dem Unterhalt und den Renovierungen des Anwesens - für die Organisation öffentlicher Meditationstermine und buddhistischer Vorträge verantwortlich. Gemeinsame, auf Deutsch angeleitete Meditationen finden Montags und Freitags jeweils um 20:15 statt. Die Meditationen sind kostenlos.

   
Di. 05.06.2007
Heute ist der große Tag.
S.H. 17. Karmapa Thaye Dorje wird der Altmühle seinen ersten Besuch abstatten.
Die Vorbereitungen laufen und jeder weiß (in etwa), was er zu tun hat. Manche Helfer sind bereits am Wochenende hier gewesen und einfach dageblieben. Andere treffen erst heute ein.

Morgens ist es noch sehr ruhig und beschaulich und man hat nicht den Eindruck, dass heute etwas Besonderes passieren wird. Nach und nach treffen immer mehr Leute ein und die Stimmung ist entspannt. Vielleicht liegt es auch an dem tollen Wetter, wie es besser nicht sein könnte.

Johannes versucht, sich auf die Rede vorzubereiten, die von Jodie, einem "native speaker" übersetzt wurde. Es geht um die Empfangszeremonie und eine Präsentation der Altmühle.
Wolfhard gibt dem Anwesen von außen einen Feinschliff und steckt Parkplätze ab.
Rudi und Ellen haben ihre Wohnung geräumt und fahren mittags zum Flughafen, um dort sicherzustellen, dass die Fahrer der Kleinbusse, welche Karmapa und seine Begleiter abholen, auch wirklich die Altmühle finden.
Chris muss morgens sogar noch zur Arbeit, kommt aber dann und checkt ein letztes Mal die Verstärkeranlage in der Scheune.
Maria richtet in der Wohnung, die für Karmapa geräumt wurde, die letzten Dinge und ist, wie alle Bewohner "nebenbei" ständiger Ansprechpartner für Helfer und Gäste.
Alle machen sich fein. Man erkennt den ein oder anderen Mitbewohner kaum wieder! Ein Glück, dass wir mittlerweile gegenseitig unsere Namen kennen!

Dann ruft Ellen an: "Wir haben gerade Eich passiert. In 10 Minuten sind wir da."
Sofort schallt die Nachricht über den Hof. Hektisch werden die letzten Dinge weggeräumt und in der Küche tobt der Bär. Der Snack muss fertigwerden. Die Truppe hat den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen.

Dann klingelt das Telefon wieder: "Wir sind gerade durch Osthofen hindurch!"
Was? Schon??? So schnell? Oh weh, Johannes geht nochmal schnell seinen Text durch...da fahren schon die Autos vor. Wohin so schnell mit dem Papier? Wo ist der Katak? Wie kann Karmapa nur sooo schnell aus dem Auto steigen und urplötzlich vor einem stehen?
   
Karmapa und die Begleiter sprigen förmlich aus den Wagen.
   
"Dear Gyalwa Karmapa. On behalf of Lama Ole Nydahl and the Mid Rhine Centers we very much welcome you to the Altmühle."
"It is a great honour and a great joy to have you here with us. We wish you a pleasant stay and hope you feel like home."
   
Der Katak - ein Willkommens-Geschenk und Symbol für gute Wünsche - wird überreicht und dem Übergeber wieder zurückgeschenkt.
Man sieht mit dem umgehängten Katak fast aus wie ein Pfarrer. Wie passend.
   
Viele Freunde sind gekommen, um Karmapa zu begrüßen.
Darunter sind viele Mitarbeiter, die schon oft in der Altmühle geholfen haben. Es sind aber auch viele gekommen, die noch nie hier waren. Das schafft neue Verbindungen!
   
 
 
Karmapa wünscht als erstes eine Führung durch das Anwesen.
Das schmeißt unsere Planung über den Haufen. Aber gut so, denn die Zeit ist knapp und wir hatten schon befürchtet, Karmapa könne vielleicht die Altmühle gar nicht sehen!
   
Der Rundgang beginnt im Meditationsraum und den ehemaligen Produktionsräumen. Karmapa ist begeistert von den Säulen im Mediraum. "It's like in Tibet! Did you make it?" Er meint die kurzen, querliegenden Balken über jeder der vier Stützen.
Nein. Das war schon immer so.
 
Gehören die Gebäude noch dazu?
Nein, das ist die "Neumühle", unsere netten Nachbarn.
   
DIe Stifterin des Anwesens, wird Karmapa vorgestellt.
Eigentlich möchte sie lieber unerkannt bleiben...
   
"Dies hier war die Mühle einer Templerburg zur Zeit des ersten Karmapa."
   
Aus dem Weg über den Hof segnet Karmapa das Gebäude, wobei er Reis wirft.
   
Karmapa möchte alle Räume sehen, auch die Privaträume.
Er ist sehr interessiert und stellt viele Fragen. Immer wieder lobt er, was die vielen Mitarbeiter bereits alles renoviert haben. Anhand einiger Räume, die fast noch im Originalzustand sind, kann er den Fortschritt gut erkennen.
Er nimmt amüsiert zur Kenntnis, dass mancher Bewohner es diesesmal sogar geschafft hat, sein Zimmer aufzuräumen.
Der Garten gefällt ihm besonders, auch unser Vorhaben, den Garten als Meditationsgarten zu nutzen. "It's very good for meditation here."
   
Hinter dem Garten haben wir eine Wiese gekauft, die fast viermal so groß ist wie der Garten!
Daaaahinter!!
   
Wie wir das mit dem Swimmingpool im Meditationsgarten machen wollen...
Mal sehen!
 
Leider ist seitdem unser Vogelhäuschen verschwunden.
Hat das jemand gesehen?
   
Zurück durch den frisch renovierten Flur.
Hoch geht's in den Gebäudeteil, der ziemlich verfallen ist und voraussichtlich entkernt und neu aufgebaut werden muss.
Er lacht, als wir eintreten und Johannes meint: "Hier muss nur noch ein wenig gefegt werden."

"Wir haben hier viele antiquarische Dinge vorgefunden, z.B. eine Ansammlung alter Weinflaschen, die in dem alten Raum wie ein Kunstwerk wirkten."
   
Gespannt verfolgen die Gäste im Hof, wie die Besichtigungsgruppe immer wieder quer über den Hof flitzt.
   
Und wieder die Treppe runter. Auf dem Weg bewundert Karmapa unsere heranreifenden Weintrauben.
An der Schwefelquelle muss er das Heilwasser probieren.
   
Er wünscht, keine zweite Tasse davon zu trinken.
Muss er auch nicht. Er wirkt kerngesund!
Karmapa segnet die Quelle.
   
 
 
   
In der Werkstatt bewundern Lama Ole Nydahl und Karmapa den tollen alten Gußofen, den wir "Liebevolle Wärme" nennen. Er lacht, als er das Bild einer kaum bekleideten Dakini entdeckt und bemerkt wird, dass es sich hier schließlich um eine "Männerwerkstatt" handelt.
   
"Do you want to see the cow barn?"
   

In der Kuhkapelle - dem ehemaligen Schweine- und Kuhstall - zeigt er sich vom Kreuzgewölbe und den alten Steintrögen beeindruckt.

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