Fr. 08.02.2008 Die Sonne scheint und der heutige Tag scheint ein guter Tag zu werden. Um so unerwarteter trifft uns die Nachricht: “Heute früh um 06:00 Uhr ist Wolfi plötzlich und unerwartet gestorben.” Herzinfarkt. Er lag einfach da auf dem Sofa, als würde er schlafen. Wolfi wurde nur 39 Jahre alt.
Wir sind alle geschockt und können es überhaupt nicht glauben. Wolfhard ist vor knapp 3 Wochen abgereist ist, um einige private Dinge zu erledigen. Und jetzt sehen wir ihn nicht mehr wieder...
Die Gedanken, die nun jeden von uns beschäftigen, sind ganz unterschiedlich. Wir informieren zuerst Lama Ole sowie Nina, Wolfis Freundin. Sie weilt gerade für 3 Monate in Indien. Glücklicherweise ist sie gerade bei Karmapa, welcher sogar zugegen ist, als sie die Nachricht erhält. Somit ist sie in den besten Händen.
Antwort auf unser Mail an Lama Ole: "Ole hat sofort den Vortrag in Canberra unterbrochen und Phowa für Wolfhard gemacht. Später bei der Meditation hatten wir ein sehr gutes Gefühl von höchster Freude und Dankbarkeit im Raum. Ole wird auch hier beim Kurs in Melbourne weiterhin Phowa für ihn machen und bitte macht auch ihr Phowa, es ist ein Segen für alle Beteiligten. "
Und wie gestalten wir nun die nächsten Tage? Die Landauer Sangha kommt heute zu einem Retreatwochenende. Sabine hat Geburtstag und wollte heute Abend mit allen feiern. Wie bekommt man eine geplante Geburtstagsfeier und die Trauer zusammen? Auch unter den Landauer Freunden ist ein Geburtstagskind. So entschließen wir uns, den heutigen Abend ganz nach Wolfis Geschmack zu gestalten. Ein Feuer im Hof und Party in der Werkstatt, das würde ihm gefallen. Aber so richtig in Stimmung kommen wir dann doch nicht...
Wer glaubt, unseren Wolfhard nicht zu kennen, kann sich bestimmt an den freundlichen Helfer vom Kasseler Parkplatz-Team erinnern, der dieses Jahr (bis zu den Knien im Schlamm stehend und vor Nässe triefend) viele Autos befreite. Auch in den vielen Jahren zuvor hat er manchem zur Weiterfahrt verholfen.
Eines zumindest haben wir aus Wolfis plötzlichem Verschwinden gelernt:
Carpe diem! Wir sind vergänglicher, als wir glauben.
Wir sehen uns wieder in den reinen Ländern.
Oder - mit vernachlässigbarem Altersunterschied - bald in der Altmühle. Wir halten Ausschau nach einem Jungen der bis zum Hals im Matsch spielt und liebend gern Hecken schneidet.
...und ab geht die Party!
Im Sauseschritt.
Eigentlich wollte Wolfi heute zurückkommen - extra zu Sabines Geburtstag.
Die Werkstatt war ja Wolfis Reich.
Zentrale Wirkungsstätte (vor ihm sah es hier aus, wie bei Hempels unter'm Sofa) und gemütliche Raucherecke.
Für das gesellige Feuer im Hof hat Wolfi immer gern gesorgt.
Fr. 08.- So. 10.02.2008
Die Landauer Sangha kommt zum Retreat. Sie besprechen sich auch eine ganze Zeit lang. Was es wohl alles zu klären gab?
Der ein oder andere hätte vielleicht besser in der Nacht zuvor geschlafen.
Reichhaltiges Ergebnis der Gespräche.
Nächtliche Erscheinungen beim Lagerfeuer.
Im Februar draußen essen. Wo sonst kann man das schon?
Wer zu spät kommt sitzt am Katzentisch.
Hier noch ein paar schöne Fotos des Landauer Hof-Fotografen.
Es ist toll, wie andere Augen immer noch neue Perspektiven finden!
Fr. 15.02.2008 Es schallt.
Quer über den Hof und durch Mark und Bein.
Seit ein paar Wochen heizen wir mit dem Holz, welches bereits zu unserem Einzug im Keller lagerte.
Zur Erinnerung: Neben dem Öl-Heizkessel der Zentralheizung steht ja ein Feststoffbrenner. Den nutzen wir nun in der kalten Jahreszeit. Das meiste Holz ist aber bereits verbraucht und es gibt nur noch die Stücke, die immer beiseite gelegt wurden, weil sie kaum kleinzukriegen sind. Dort, wo Äste und Wurzeln die Fasern haben kreuz- und quer wachsen lassen, da ist mit der Axt kaum ein Durchdringen. Und spalten will das Holz dann auch nicht richtig.
Genau die richtige Aufgabe für Dieter und seine Axt.
So. 10.02.2008 Nach dem Besuch der Sangha aus Landau müssen wir mal wieder den Blick vom Alltäglichen hin zur Zukunft lenken. Wir treffen uns zu einem konstruktiven Gespräch, um die Pläne für den späteren Aus- und Umbau der Altmühle weiterzuführen.
Wir können hier mittlerweile aus unseren Erfahrungen schöpfen und die Gespräche sind viel ergebnisreicher als während der ersten Zeit hier in der Altmühle. Klar, man weiß jetzt viel genauer, wie wir den vorhandenen Platz sinnvoll nutzen können, welche Anforderungen der Retreatbetrieb sowie die Veranstaltungen stellen und wie wir flexibel mit den Gegebenheiten umgehen können.
Planen, Planen
Pläne, Pläne
In der dritten Februar-Woche ist Max zu Gast. Musiker und Bassist aus Wien (zur Zeit Wuppertal). Er und Johannes stellen ein musikalisches Projekt auf die Beine und proben die ganze Woche. Zwischendurch führt Max die von Wolfi begonnene Arbeit weiter: Das Reinigen der aus dem "Retreatanbau" entfernten und geretteten Terracotta-Fliesen. Eine mühevolle aber lohnende Kleinarbeit.
Leider klingen die Fliesen relativ trocken - da hilft auch das Quellwasser nicht.
Musiker-Schutzkleidung
Fr. 22. - So. 24.02.2008 An diesem Wochenende ballt sich das gesamte deutsche Wissen der buddhistischen Elite in der Altmühle - Die Reiselehrer treffen sich zu einem Austausch.
Mal ballen sie sich im Meditationsraum...
...auf die eine...
... oder die andere Art...
...mal ballen sie sich im Hof.
Und abends in der Werkstatt vor dem Ofen.
Hannah nimmts leicht.
In der Küche wirbeln Christoph und Reinhilde.
Die grünen Ballen sind für die Reiselehrer.
Dem Vernehmen nach gefällt es den Reiselehrern hier sehr, das Essen ist wie immer lecker und ihr Wochenende ein effektiver und fruchtbarer Austausch. Was uns sehr freut - wir profitieren ja schließlich alle davon.